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Shelly Kupferberg<br />
Stunden wie Tage<br />
Roman<br />
Diogenes 2026</p>
<p>Dieser Roman liest sich sehr leicht, auch wenn das Thema unsagbar schwer ist. </p>
<p>Die Autorin und Journalistin Shelly Kupferberg war der Protagonistin Martha E. einmal in Berlin-Schöneberg begegnet, in einem Kiez, den man „Rote Insel“ nannte. So faszinierend, wie sie die alte Dame zu Beginn ihres Romans beschreibt, so magisch stelle ich mir auch ihre reale Begegnung vor.<br />
Martha sprach nie über ihr Leben und wie sie die jüdische Familie unterstützte. Was hinter ihrem geheimnisvollen Schweigen und den Gerüchten steckt, recherchierte Shelly Kupferberg zwanzig Jahre später und vertiefte sich in vielerlei Archivunterlagen und historische Zeitungen. So haben wir auf diesen mitreißenden Seiten einen hohen Wahrheitsgehalt, und die unwahren Gerüchte werden widerlegt. Manches hat die Autorin dazu erfunden.</p>
<p>Martha arbeitet als Hausbesorgerin beim jüdischen Brüderpaar Henry und Ber Berkowitz; sie hatte die Anstellung für das Schöneberger Wohnhaus – unter all den anderen Bewerberinnen – wegen ihrer Loyalität und Ehrlichkeit erhalten. Später wird sie aus Dank für ihren Einsatz Hauseigentümerin. </p>
<p>Sie ist mit Willy verheiratet, der mit seiner stillen Art über all die Jahre zugewandt und zärtlich an ihrer Seite lebt. Beide vermissen sie schmerzlich ein eigenes Kind.</p>
<p>Oft ist Henry Berkowitz‘ Adoptivtochter Liane bei ihnen und es baut sich eine innige gegenseitige Beziehung auf. Die Mutter Katharina leidet unter Henrys Flucht nach England, hatte sie doch bereits ihr erster Ehemann verlassen.</p>
<p>Martha ist unpolitisch und sehr fromm, sie hilft ihren Mitmenschen und spart, wo auch immer es geht. Sie soll ein wachsames Auge auf Henrys Adoptivtochter Liane haben, doch lässt sie trotz der politisch schweren Zeiten die Zügel etwas lockerer als Katharina. Liane verliebt sich und wird schwanger. Sie engagiert sich in der Widerstandsgruppe, die von den Nazis „Rote Kapelle“ genannt wird, kommt in die Haftanstalt und wird nach ihrer Entbindung in Plötzensee enthauptet. Ein Platz in Friedenau trägt ihren Namen.</p>
<p>Als Henry 1958 alt und körperbehindert nach Berlin reist und Martha in einem Café trifft, kommen Vorwürfe und Familiengeheimnisse ans Licht.</p>
<p>Wie grauenhaft sich die Gesellschaft im Nationalsozialismus verändert, lässt sich beim Lesen nur schwer aushalten, auch wenn wir Berichte aus dieser Zeit zu Hunderten kennen. Für mich und sicher für viele LeserInnen ist es gerade in der heutigen Zeit besonders schmerzlich, in diese Geschichte einzutauchen. Viele Menschen haben schreckliche Angst vor einer Wiederholung und jüdische Menschen verlassen Deutschland. Es herrschen viel Streit und Spaltung zwischen den Menschen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven ein Bild der politischen Lage machen wollen. Mögen wir uns etwas von Marthas bescheidener innerer Standfestigkeit und Nächstenliebe abschauen.</p>
<p>Shelly Kupferberg<br />
Stunden wie Tage<br />
Roman<br />
Diogenes 2026</p>
<p>Dieser Roman liest sich sehr leicht, auch wenn das Thema unsagbar schwer ist. </p>
<p>Die Autorin und Journalistin Shelly Kupferberg war der Protagonistin Martha E. einmal in Berlin-Schöneberg begegnet, in einem Kiez, den man „Rote Insel“ nannte. So faszinierend, wie sie die alte Dame zu Beginn ihres Romans beschreibt, so magisch stelle ich mir auch ihre reale Begegnung vor.<br />
Martha sprach nie über ihr Leben und wie sie die jüdische Familie unterstützte. Was hinter ihrem geheimnisvollen Schweigen und den Gerüchten steckt, recherchierte Shelly Kupferberg zwanzig Jahre später und vertiefte sich in vielerlei Archivunterlagen und historische Zeitungen. So haben wir auf diesen mitreißenden Seiten einen hohen Wahrheitsgehalt, und die unwahren Gerüchte werden widerlegt. Manches hat die Autorin dazu erfunden.</p>
<p>Martha arbeitet als Hausbesorgerin beim jüdischen Brüderpaar Henry und Ber Berkowitz; sie hatte die Anstellung für das Schöneberger Wohnhaus – unter all den anderen Bewerberinnen – wegen ihrer Loyalität und Ehrlichkeit erhalten. Später wird sie aus Dank für ihren Einsatz Hauseigentümerin. </p>
<p>Sie ist mit Willy verheiratet, der mit seiner stillen Art über all die Jahre zugewandt und zärtlich an ihrer Seite lebt. Beide vermissen sie schmerzlich ein eigenes Kind.</p>
<p>Oft ist Henry Berkowitz‘ Adoptivtochter Liane bei ihnen und es baut sic<br />
Shelly Kupferberg Stunden wie Tage Diogenes 2026<br />

Auf den Spuren der tapferen und bescheidenen Martha E. im Nationalsozialismus

Dieser Roman liest sich sehr leicht, auch wenn das Thema unsagbar schwer ist.

Die Autorin und Journalistin Shelly Kupferberg war der Protagonistin Martha E. einmal in Berlin-Schöneberg begegnet, in einem Kiez, den man „Rote Insel“ nannte. So faszinierend, wie sie die alte Dame zu Beginn ihres Romans beschreibt, so magisch stelle ich mir auch ihre reale Begegnung vor.

Martha sprach nie über ihr Leben und wie sie die jüdische Familie unterstützte. Was hinter ihrem geheimnisvollen Schweigen und den Gerüchten steckt, recherchierte Shelly Kupferberg zwanzig Jahre später und vertiefte sich in vielerlei Archivunterlagen und historische Zeitungen. So haben wir auf diesen mitreißenden Seiten einen hohen Wahrheitsgehalt, und die unwahren Gerüchte werden widerlegt. Manches hat die Autorin dazu erfunden.

Martha arbeitet als Hausbesorgerin beim jüdischen Brüderpaar Henry und Ber Berkowitz; sie hatte die Anstellung für das Schöneberger Wohnhaus – unter all den anderen Bewerberinnen – wegen ihrer Loyalität und Ehrlichkeit erhalten. Später wird sie aus Dank für ihren Einsatz Hauseigentümerin.

Sie ist mit Willy verheiratet, der mit seiner stillen Art über all die Jahre zugewandt und zärtlich an ihrer Seite lebt. Beide vermissen sie schmerzlich ein eigenes Kind.

Oft ist Henry Berkowitz‘ Adoptivtochter Liane bei ihnen und es baut sich eine innige gegenseitige Beziehung auf. Die Mutter Katharina leidet unter Henrys Flucht nach England, hatte sie doch bereits ihr erster Ehemann verlassen.

Martha ist unpolitisch und sehr fromm, sie hilft ihren Mitmenschen und spart, wo auch immer es geht. Sie soll ein wachsames Auge auf Henrys Adoptivtochter Liane haben, doch lässt sie trotz der politisch schweren Zeiten die Zügel etwas lockerer als Katharina. Liane verliebt sich und wird schwanger. Sie engagiert sich in der Widerstandsgruppe, die von den Nazis „Rote Kapelle“ genannt wird, kommt in die Haftanstalt und wird nach ihrer Entbindung in Plötzensee enthauptet. Ein Platz in Friedenau trägt ihren Namen.

https://www.friedenau-aktuell.de/liane-berkowitz-platz/

Als Henry 1958 alt und körperbehindert nach Berlin reist und Martha in einem Café trifft, kommen Vorwürfe und Familiengeheimnisse ans Licht.

Wie grauenhaft sich die Gesellschaft im Nationalsozialismus verändert, lässt sich beim Lesen nur schwer aushalten, auch wenn wir Berichte aus dieser Zeit zu Hunderten kennen. Für mich und sicher für viele LeserInnen ist es gerade in der heutigen Zeit besonders schmerzlich, in diese Geschichte einzutauchen. Viele Menschen haben schreckliche Angst vor einer Wiederholung und jüdische Menschen verlassen Deutschland. Es herrschen viel Streit und Spaltung zwischen den Menschen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven ein Bild der politischen Lage machen wollen. Mögen wir uns etwas von Marthas bescheidener innerer Standfestigkeit und Nächstenliebe abschauen.

https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/die-geschichte-von-martha-e-aus-schoeneberg/

https://amazon.de/gp/customer-reviews/R3D6ZHB9TFZGDF?ref=pf_ov_at_pdctrvw_srp